Noch nie war das Thema „Hund“ so umstritten und gespalten wie heutzutage. Die Meinungen und Ansichten, was das Beste für den Haushund ist, könnten konträrer nicht sein. Dieser Beitrag stellt unsere, durchaus kritische, Sicht zur momentanen Situation dar und dient dem ein oder anderen Denkanstoß.
Der Hund ist ein absoluter Markt geworden! Basierend auf Unwissenheit von Hundehaltern und deren großen Emotionen zu ihrem Tier, wird versucht daraus den maximalen Profit zu schlagen. Beginnend mit einem mittlerweile Überangebot an Hundetrainern, Hundeschulen, Verhaltensexperten, Hundepsychologen, Tierkommunikatoren, usw. …
Die Flut an Informationen und übermittelten „Wissen“, gerade medial, ist schier grenzenlos. Diese Überflutung an Meinungen stellt eine, aus unserer Sicht, immer größer werdende Gefahr für die Entwicklung des heutigen Haushundes dar.
Jeder hat den einen Weg, das eine Erfolgsrezept, die eine Wahrheit die er dem Kunden als das einzig Wahre verkaufen will. Immer mehr rücken dabei Online- Trainings, Videoanleitungen, Mythen- Erklär- Videos und Erziehungsratgeber in den Vordergrund.
„Es ist nicht alles Gold was glänzt“
– damit ist gemeint, dass Menschen sich durchaus blenden lassen von Clicks, Followerzahlen, hübsch gezeigten Videosequenzen und rhetorisch einwandfrei vorgetragenen Ansprachen. Der Verbraucher kann nur schwer filtern, ob das nun wertvolle oder wertlose Informationen sind und ob diese auf Basis von echten Erfahrungen und Wissen gesprochen wurden oder eher einer guten Scharade nahekommen.
Doch manchmal genügt es, aufmerksam und hinterfragend zuzuhören. Trainer, die von einem natürlichen und verständnisvollen Umgang mit Hunden sprechen, jedoch gleichzeitig zeigen, Hunde auf den „Mund“ küssen, lehren in überfreundlicher Babysprache mit ihrem Hund zu kommunizieren und meinen, dass Hunde einfaches spazieren gehen als „langweilig“ empfinden, widerspricht sich im Detail betrachtet sehr stark. Ebenso verhält es sich mit Trainern, die Konstanz, Ehrlichkeit und Gradlinigkeit in der Hundeerziehung predigen, jedoch selbst in ihrem Verhalten gegenüber einem Hund und gegenüber der Gesellschaft ein großes Schauspiel verwenden. Was bedeutet Schauspiel? Mit Schauspiel ist gemeint, dass ein Verhalten angewandt und gezeigt wird, was der Situation entsprechend unangemessen bzw. übertrieben ist oder der tatsächlichen Empfindung nicht entspricht. Es werden irreführende und unehrliche Aussagen getroffen, die letztendlich nur einem Zwecke dienen… gesagt wird, was sich gut verkauft!
Was macht nun, aus unserer Sicht, einen guten Hundetrainer / eine gute Hundeschule aus? Wir gehen soweit, dass wir sagen, wer keine ausreichende und intensive Zeit mit vielen verschiedenen Hunden (verschiedene Rassen, verschiedene Charaktere, verschieden geprägte Hunde) verbracht hat, dem fehlt es schlichtweg an tiefgründigem Wissen und folglich an Kompetenz. Nur wenn ich Zeit, vor allem auch in Abwesenheit der Besitzer, mit Hunden verbringe, ihr Verhalten analysieren und beobachten kann und mich mit ihnen auch erzieherisch intensiv auseinandersetze, erst dann kann ich Hunde einschätzen und bewerten, prägen, erziehen und dann eine angepasste Anleitung zum Umgang an Dritte weitergeben.
Um das zu erreichen bedarf es ein großes Interesse und ein noch größeres Herz am Hund. Es bedarf dafür viel Investment und Leidenschaft, Geduld und ein großer Wille an Hunden zu lernen und zu wachsen. Liegt die Priorität jedoch bei der medialen Darstellung und dem sich zeigen auf Social Media, kann für den wirklich relevanten Part der Hundetrainerarbeit kein ausreichender Platz sein.
Wer mit Hunden gut und tiefgründig arbeiten will, brauch den persönlichen, intensiven Kontakt zu den Menschen und den Hunden. Nur über das eins zu eins bekomme ich ein wirkliches Gefühl und ein realistisches Bild für die Person und den Hund. Des Weiteren muss der eigene Geist ein gefestigter, stabiler und gesunder Geist sein. Die Aufgabe und Arbeit des Hundetrainers liegt darin, die zwischenartliche Beziehung zweier Individuen in Einklang zu bringen, sodass sie ein harmonisches Zusammenleben führen können.
Die Voraussetzung dafür ist, dass ich mit mir selber im Einklang bin!
Sehr oft werden über die Hunde eigene Defizite kompensiert, sich eine eigene Wertvorstellung darüber erschaffen und das dann als Wahrheit in die Welt getragen. Da wird aus einer eigenen Unlust sich zu bewegen und zu laufen schnell ein „Hunde müssen und wollen nicht lange spazieren gehen“ oder aus einem eigenen hohen Drang nach In- und Output (also immer stetig, entweder medial oder gesellschaftlich, Input zu konsumieren oder zwanghaft sich selber an das Außen mitzuteilen) schnell ein „du musst viel mit deinen Hunden kommunizieren und im „Austausch“ sein). Es darf aber nun mal keine persönliche Meinung oder Sichtweise in der Haltung und Erziehung von Hunden eine Rolle spielen. Betrachtet man die Natur bzw. die natürlichen Grundlagen eines Hundes, dann kann jeder Hundebesitzer für sich gut selektieren, welchen Umgang und welche Ansätze einen langfristigen Mehrwert mit sich bringen und welche nicht. In der Endkonsequenz steht immer die Frage: Bin ich zufrieden mit dem Verhalten meines Hundes? Ist unser Zusammenleben ein überwiegend bereicherndes Miteinander? Sind wir ein gutes Team?
Die westliche Welt und ihre Gesellschaft sehnt sich immer mehr nach einem Partner, einem Freund, nach einem treuen Begleiter. In diese Rolle rutscht der Hund mehr und mehr hinein. Der Hund muss heutzutage viel erfüllen, einiges flicken und noch mehr reparieren. Dabei bleibt die Verantwortung des Menschen, dem eigenen Hund ein physisch und psychisch gutes Leben zu ermöglichen, mitunter drastisch auf der Strecke. Und ein gutes Leben beinhaltet eben nicht sie mit Liebe zu überschütten, ihnen eine Welt des übermäßigen Erlaubens zu gewährleisten, mit ihnen in immer superfreundlicher Babysprachen zu kommunizieren oder ihnen jeden (menschlich gedacht) Wunsch von den Augen abzulesen.
Hunde sehnen sich nach haltgebenden Strukturen, emotional stabilen Menschen, nach Gradlinigkeit und Grenzen, nach sich normal benehmenden Menschen und nach Anschluss an ihre Gemeinschaft. Nach Menschen, die für sie einstehen und geduldig sind. Sie wollen dabei sein, ohne die Hauptrolle zu spielen, wollen Emotionen spüren aber sie nicht auf´s Auge gedrückt bekommen, sie wollen frische Luft und Bewegung, etwas erleben und teilnehmen dürfen, gesehen werden als das was sie sind -in ihrer Art und in ihrem Charakter, sie wollen dem nach gehen können was ihnen ihre Natur vorgibt…
Was Hunde nicht brauchen, ist ein immer verrückter werdender Markt, der aus der Hilflosigkeit der Hundebesitzer Profit schlagen will. Noch nie gab es solch eine Vielzahl an Erziehungshilfsmittel oder Supplements für die jeweiligen Verhaltensauffälligkeiten oder gesundheitlichen Probleme der Hunde.
Eine gute Bindung zu deinem Hund beginnt bei deinem eigenen natürlichen Fundament und dem Verstehen der hündischen Grundlagen.
Die Bilanz:
Es gibt so viele „Hundeversteher“ und „Hundeexperten“ wie noch nie zu vor und gleichzeitig eine stetig steigende Beißstatistik, überfüllte Tierheime, überforderte Hundebesitzer und Hunde die enorm konfliktisch durch ihr Leben gehen.
Die Ursache dafür liegt einzig in der unpassenden Sicht zum Haushund und was ihm ein erfülltes Leben bei dem Menschen ermöglicht. Findet der Mensch wieder mehr zu Sich, zum natürlichen Umgang mit seinem Hund und zu einer guten Betrachtung auf sein Inneres, dann schaffen wir auch das Ziel zu erreichen…
Die Gesundheit und Zufriedenheit aller Hunde liegt in der sinnvollen Wahrnehmung ihres Seins!
Wenn du mehr über uns und unsere Arbeit erfahren möchtest, kannst du uns jederzeit kontaktieren.
Viele Grüße
Active Dog Concept Dresden


