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Ver├Ąnderung beginnt bei dir!

Wie es beginnt

So wie der Hund in das Leben des Menschen einzieht, so zieht meist auch das ein oder andere kleine Problemchen ein. Aus diesen Problemchen k├Ânnen mit der Zeit gro├če Probleme werden. Und dann muss es ganz schnell gehen. Man belie├čt sich im Internet, schaut YouTube Videos, w├Ąlzt Hundeb├╝cher und holt sich Tipps und Tricks in diversen Facebook- Gruppen und tauscht sich auf der Hundewiese aus. Meist wird dabei nur die Ver├Ąnderung und Symptombek├Ąmpfung am Hund beleuchtet. Unerw├╝nschte Verhaltensweisen sollen m├Âglichst schnell ein Ende finden. Recht bald kommt man mit allen gesammelten Meinungen, Ratschl├Ągen und Empfehlungen an seine Grenzen. Daraufhin wird dann meist ein Hundetrainer zurate gezogen. Auch hier setzen viele Menschen voraus, dass ein, zwei Trainingsstunden ausreichen, um das bestehende Problem auszumerzen. Hierbei kommt es nat├╝rlich immer auf die Schwere des Problems an. Doch in aller Regel liegen viele kleine oder gro├če Probleme mit dem Hund in der unpassenden Gesamtheit. Es ist wichtig zu verstehen, dass es nur selten die st├Ârenden Verhaltensweisen im Einzelnen sind. Oft passt das gro├če Ganze nicht.

Selbstanalyse

Zuallererst ist also erforderlich, dass der Mensch reflektiert: Wie kam es zu den unerw├╝nschten Verhaltensweisen? Was trage ich dazu bei, dass diese Verhaltensweisen sich auspr├Ągen? Was tue ich, dass sie sich verbessern? Gibt es strukturierte Abl├Ąufe? Sind h├╝ndische Bed├╝rfnisse erf├╝llt? Und, und, und ÔÇŽ Ganz viel liegt also erstmal bei dir, wenn die Dinge sich ver├Ąndern sollen.

Beispiel 1

Habe ich bspw. einen Hund, der sich ├Ąu├čerst schwer mit Ruhe tut, also sich kaum runterfahren kann, eine kurze Z├╝ndschnur hat und immer, wirklich immer angeknipst ist- dann muss ich zuallererst diese gew├╝nschte Ruhe meinem Hund vorleben k├Ânnen und t├Ąglich, in vielen Situationen aufzeigen. Ich habe als Mensch daf├╝r Sorge zu tragen, meinem Hund die n├Âtige Ruhe und Gelassenheit im Alltag zu erm├Âglichen. Bis heute ist dieses Thema eine unfassbar schwere Geburt- gerade f├╝r frischgebackene Welpen- oder Junghund Besitzer. Der Mythos ÔÇ×der Hund muss doch ausgelastet werden ÔÇť kursiert immer noch vehement in den K├Âpfen der Menschen. Wie mit fast allen Dingen, ist immer das Ma├č entscheidend. Wenn dieses in Waage ist, besteht eine Ausgeglichenheit. Und diese Ausgeglichenheit sorgt dann f├╝r die gew├╝nschte Harmonie. Also hier nochmal kurz zusammengefasst: Zeige ich meinem Hund nicht das, was ich von ihm verlange, wird sich der Hund in seinem Verhalten auch nicht ├Ąndern (k├Ânnen).

Beispiel 2

Ein weiteres Beispiel stellt selbe Problematik gut dar. Habe ich einen Hund, der grundlegend angespannt in Hundebegegnungen geht, an der Leine zieht, winselt, bellt oder auch Aggressionen dem Artgenossen gegen├╝ber zeigt, ist zuerst die Gesamtheit des Verhaltens des Menschen zu beleuchten. Der Wunsch des Menschen ist es, dass der eigene Hund sich neutral dem Artgenossen gegen├╝ber zeigt. Die Leine soll m├Âglichst locker h├Ąngen und man m├Âchte dicht an dicht aneinander vorbeilaufen. Vorerst muss hier mal klar erw├Ąhnt werden, dass sich fremde Hunde naturgem├Ą├č aus dem Weg gehen w├╝rden, wenn sie k├Ânnten. Die romantische Vorstellung der Menschen, an jedem Fremdhund eng vorbei laufen zu k├Ânnen, passt hier also nicht zum nat├╝rlichen Verhaltensbild eines Hundes. Also muss ein guter, respektvoller Abstand eingehalten werden. Diesen regelt meist der Hund individuell.

Was passiert mit dir?

Bei Hundebegegnungen passiert meistens ganz viel im und am Menschen. Der Fremdhund wird gesichtet: die Leine wird blitzartig straff genommen, Blutdruck und Herzschlag geht hoch, Nervosit├Ąt steigt, die komplette K├Ârperhaltung ver├Ąndert sich, der Hund wird nun kl├Ąglich versucht abzulenken, und, und, undÔÇŽ all diese Dinge produzieren im Hund Alarmbereitschaft. Der Mensch w├╝nscht sich Ruhe und Gelassenheit bei Hundebegegnungen, verh├Ąlt sich aber komplett kontr├Ąr zu dem, was er eigentlich will. Die Alternative ist: angenehme Distanz schaffen (sorgt f├╝r mehr Entspannung auf beiden Seiten), lockere Leinenhaltung (das setzt voraus, dass die Leinenf├╝hrung etabliert ist), innere Ruhe f├╝hlen und ausstrahlen, Mund halten, stabil bleiben. Zeige deinem Hund, was du von ihm sehen willst. Ruhe und Neutralit├Ąt!

alte Weisheit

Diese Beispielliste k├Ânnte man endlos weiterf├╝hren. Es gibt eine ganz schlaue Weisheit, die immer wieder sehr passend ist: wenn du willst, dass sich dein Hund ver├Ąndert, musst erst du dich in deinem Verhalten ver├Ąndern. Der Hund ist in vielen F├Ąllen der Spiegel unseres Tuns. Darin kann man erkennen, was man gef├Ârdert hat und was man schleifen lassen hat. Nicht jede Verhaltensweise oder Auff├Ąlligkeit vom Hund ist auf den Menschen zu m├╝nzen. Fr├╝here Lernerfahrungen, ung├╝nstige Sozialisation, Genetik und Charakterz├╝ge spielen ebenfalls eine sehr wichtige Rolle im Verhalten eines Hundes. Dennoch tr├Ągt der Mensch zur Gesamtsituation einen riesigen Anteil bei. Hunde sind perfekte Beobachter. Den ganzen Tag analysieren sie unser Verhalten, ziehen Schl├╝sse und machen Lernerfahrungen. Also- bevor am Hund rumprobiert wird, lohnt sich zuerst der Blick auf das Eigene. Meist passieren mit der Verhaltens├Ąnderung am Menschen ganz viele tolle Ver├Ąnderungen am Hund. Es lohnt sich also, zuerst bei sich zu schauen und dann beim Hund fortzusetzen.   PS: Auch ich bin diesen Weg gegangen. Auch ich musste lernen, wie viel Einfluss ich auf meinen Hund durch mein Verhalten habe. Da steckt oft der Fehler im kleinsten Detail. Dieser Weg war teils hart und steinig und auf keinen Fall von heute auf morgen zu bew├Ąltigen. Die Arbeit an sich selbst ist ein Prozess, der einiges an Selbstreflektion verlangt. Doch es lohnt sich und ist eine wunderbare Entwicklung der eigenen Pers├Ânlichkeit.

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