Oft wird die Frage gestellt, was bei der Wahl der Signale oder Kommandos für den eigenen Hund zu beachten ist. Grundlegend lässt sich diese Frage auf folgende wichtige Punkte grob zusammenfassen:

1.Welche Signalart soll angewandt werden?

-Optische Signale (z.B. Handzeichen, Körperstellungen)

-Akustische Signale (bestimmte Worte z.B. „Sitz“)

-Taktile Signale (Berührungen z.B. Berührung als Ruhesignal)

-Olfaktorische Signale (Gerüche z.B. Futter)

 

2. Je nach gewählter Signalart, ist die Klarheit in der Signalgebung elementar. Mit Klarheit ist gemeint, dass man bspw. bei akustischen Signalen das gewählte Wort in entsprechender Lautstärke, konstanter Betonung und Gleichheit im Wort benutzt.

Hier ein Beispiel: Meist benutzt der Mensch für ein und dieselbe Sache viel zu viele Signale, um dem Hund in dem entsprechenden Kontext zu vermitteln, was er gerade tun soll. Ein gutes Beispiel ist hier das Abbruchsignal. Der Hund frisst Abfall oder Kot vom Boden= „Pfui“. Der Hund bellt andere Hunde an= „Aus“. Der Hund springt am Menschen hoch= „Nein“. Der Hund beißt in die Leine= „Hör auf“. Aus diesem Wirrwarr von Wörtern, kann der Hund keine wirklich wahrnehmbare Information ziehen. Selbes passiert häufig beim Rückrufsignal- „Komm“, “Hier“, Name des Hundes, usw.

 

3.  Es empfiehlt sich, bei der Wahl von akustischen Signalen, Worte zu verwenden, die nicht gängig im alltäglichen Sprachgebrauch sind. Worte wie „Nein“ oder „OK“ oder „Komm“ sind ungünstig. Ebenso wie Signale, die vom Wortlaut her anderen Signalen gleichen.        Beispiel: „rechts“& „links“ oder „nein“ & „fein“ (<= absolut konträr und widersprüchlich). Oft wird auch das Signal „Platz“ in mehreren Kontexten verwendet. Zum einen, wenn der Hund sich hinlegen soll, zum anderen, wenn er auf seinen Platz gehen soll. Diese kleinen aber jedoch wichtigen Feinheiten können beim Hund zu großer Verwirrung führen und damit zu dem Endprodukt, dass Signale vom Hund nicht richtig oder nur unzureichend umgesetzt werden.

 

4. Der Hund wird nur dann ein Signal verstehen, wenn der Mensch seinem Hund dieses auch verständlich vermittelt hat. In Gesprächen mit Hundehaltern verweise ich ganz oft auf den Fakt, dass Hunde unsere Sprache nicht sprechen, dass sie verbal gesprochene Worte inhaltlich nicht verstehen. Das stetige wiederholen eines Wortes wird dem Hund die Bedeutung dessen nicht näherbringen. Ganz im Gegenteil! Es sorgt nur dafür, dass das Wort eher als ein unangenehmes Dauerrauschen im Ohr wahrgenommen wird. Deswegen ist es wichtig, dem Hund zu zeigen was er auf ein Signal tun soll und ihn darin korrekt anzuleiten.

 

In diesem Bereich kommt es immer wieder zu großen Missverständnissen und viel Frust auf beiden Seiten. Meine Empfehlung ist, dass der Mensch, bevor er Signale bei seinem Hund verwendet, sich erstmal im Klaren ist, welche Worte verwendet werden sollen, wie diese Signale sauber aufgebaut werden und in welcher Häufigkeit sie benutzt werden. Den Hund „tot“ zu reden hat nur eines zur Folge: nämlich das der Hund in unseren Worten (Beispiel akustische Signale) keinerlei Bedeutung finden wird. Verleihe also deinen Worten eine echte Bedeutung. Lass´ Taten sprechen. Zeige deinem Hund aktiv, was du meinst, wenn du etwas sagst. Das bedeutet zugleich, dass wir Menschen lernen müssen, mit unserer Sprache sorgsam, bewusst und sparsam umzugehen. Das ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Unsere menschliche Kommunikation findet hauptsächlich über die verbale Sprache statt. Hunde ziehen ihre Informationen jedoch größtenteils aus der Körpersprache und der Reaktion des Gegenübers (vereinfacht gesagt). Wenn der Mensch hier eindeutig wird, hat der Hund auch die Chance, seinen Menschen verstehen zu können. Hat man einmal solch eine gute Basis gefunden, verspürt man sehr schnell eine angenehme Ruhe im gesamten Miteinander. Es ist für den Hund sehr unangenehm, ständig mit verbalen Input überschüttet zu werden. Eine verbale Reduktion bringt also sehr viele positive Aspekte mit sich. Deine wenigen Worte bekommen eine Bedeutung (sofern du sie dir mit deinem Hund erarbeitet hast), deine Führung wird stabiler, eure Ruhe und Ausgeglichenheit kann wachsen. Frei nach dem Motto: “weniger ist mehr”. In diesem Sinne: auf einen ruhigen Spaziergang!