Oft wird die Frage gestellt, was bei der Wahl der Signale oder Kommandos fĂŒr den eigenen Hund zu beachten ist. Grundlegend lĂ€sst sich diese Frage auf folgende wichtige Punkte grob zusammenfassen:

Welche Signalart soll angewandt werden?

  • Optische Signale (z.B. Handzeichen, Körperstellungen)
  • Akustische Signale (bestimmte Worte z.B. „Sitz“)
  • Taktile Signale (BerĂŒhrungen z.B. BerĂŒhrung als Ruhesignal)
  • Olfaktorische Signale (GerĂŒche z.B. Futter)

Je nach gewÀhlter Signalart, ist die Klarheit in der Signalgebung elementar.

Mit Klarheit ist gemeint, dass man bspw. bei akustischen Signalen das gewÀhlte Wort in entsprechender LautstÀrke, konstanter Betonung und Gleichheit im Wort benutzt.

Hier ein Beispiel: Meist benutzt der Mensch fĂŒr ein und dieselbe Sache viel zu viele Signale, um dem Hund in dem entsprechenden Kontext zu vermitteln, was er gerade tun soll. Ein gutes Beispiel ist hier das Abbruchsignal. Der Hund frisst Abfall oder Kot vom Boden= „Pfui“. Der Hund bellt andere Hunde an= „Aus“. Der Hund springt am Menschen hoch= „Nein“. Der Hund beißt in die Leine= „Hör auf“. Aus diesem Wirrwarr von Wörtern, kann der Hund keine wirklich wahrnehmbare Information ziehen. Selbes passiert hĂ€ufig beim RĂŒckrufsignal- „Komm“, “Hier“, Name des Hundes, usw.

Es empfiehlt sich, bei der Wahl von akustischen Signalen, Worte zu verwenden, die nicht gÀngig im alltÀglichen Sprachgebrauch sind.

Worte wie „Nein“ oder „OK“ oder „Komm“ sind ungĂŒnstig. Ebenso wie Signale, die vom Wortlaut her anderen Signalen gleichen.        Beispiel: „rechts“& „links“ oder „nein“ & „fein“ (<= absolut kontrĂ€r und widersprĂŒchlich). Oft wird auch das Signal „Platz“ in mehreren Kontexten verwendet. Zum einen, wenn der Hund sich hinlegen soll, zum anderen, wenn er auf seinen Platz gehen soll. Diese kleinen aber jedoch wichtigen Feinheiten können beim Hund zu großer Verwirrung fĂŒhren und damit zu dem Endprodukt, dass Signale vom Hund nicht richtig oder nur unzureichend umgesetzt werden.

Der Hund wird nur dann ein Signal verstehen, wenn der Mensch seinem Hund dieses auch verstÀndlich vermittelt hat.

In GesprĂ€chen mit Hundehaltern verweise ich ganz oft auf den Fakt, dass Hunde unsere Sprache nicht sprechen, dass sie verbal gesprochene Worte inhaltlich nicht verstehen. Das stetige wiederholen eines Wortes wird dem Hund die Bedeutung dessen nicht nĂ€herbringen. Ganz im Gegenteil! Es sorgt nur dafĂŒr, dass das Wort eher als ein unangenehmes Dauerrauschen im Ohr wahrgenommen wird. Deswegen ist es wichtig, dem Hund zu zeigen was er auf ein Signal tun soll und ihn darin korrekt anzuleiten.

In diesem Bereich kommt es immer wieder zu großen MissverstĂ€ndnissen und viel Frust auf beiden Seiten. Meine Empfehlung ist, dass der Mensch, bevor er Signale bei seinem Hund verwendet, sich erstmal im Klaren ist, welche Worte verwendet werden sollen, wie diese Signale sauber aufgebaut werden und in welcher HĂ€ufigkeit sie benutzt werden. Den Hund „tot“ zu reden hat nur eines zur Folge: nĂ€mlich das der Hund in unseren Worten (Beispiel akustische Signale) keinerlei Bedeutung finden wird. Verleihe also deinen Worten eine echte Bedeutung. LassÂŽ Taten sprechen. Zeige deinem Hund aktiv, was du meinst, wenn du etwas sagst. Das bedeutet zugleich, dass wir Menschen lernen mĂŒssen, mit unserer Sprache sorgsam, bewusst und sparsam umzugehen. Das ist nicht immer eine leichte Aufgabe. Unsere menschliche Kommunikation findet hauptsĂ€chlich ĂŒber die verbale Sprache statt. Hunde ziehen ihre Informationen jedoch grĂ¶ĂŸtenteils aus der Körpersprache und der Reaktion des GegenĂŒbers (vereinfacht gesagt). Wenn der Mensch hier eindeutig wird, hat der Hund auch die Chance, seinen Menschen verstehen zu können. Hat man einmal solch eine gute Basis gefunden, verspĂŒrt man sehr schnell eine angenehme Ruhe im gesamten Miteinander. Es ist fĂŒr den Hund sehr unangenehm, stĂ€ndig mit verbalen Input ĂŒberschĂŒttet zu werden. Eine verbale Reduktion bringt also sehr viele positive Aspekte mit sich. Deine wenigen Worte bekommen eine Bedeutung (sofern du sie dir mit deinem Hund erarbeitet hast), deine FĂŒhrung wird stabiler, eure Ruhe und Ausgeglichenheit kann wachsen. Frei nach dem Motto: “weniger ist mehr”. In diesem Sinne: auf einen ruhigen Spaziergang!

Wir freuen uns auf dich und deinen Hund.

ACTIVE DOG CONCEPT DRESDEN Hundetraining

 fĂŒr eine gute Sicht auf das Naturell deines Hundes.

Viele GrĂŒĂŸe Nicole Hertel & Robert Heintz

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4.8 / 5. Anzahl Bewertungen: 87

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.